Am 29. September 2017 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag Walther Rathenaus, der durch sein Wirken als Schriftsteller, Industrieller und Politiker zu den bemerkenswertesten und schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit gehörte. Während er sich als Reichsaußenminister dafür einsetzte, der Weimarer Republik auf internationaler Ebene neues Ansehen und Handlungsspielraum zu verschaffen, fiel er im Alter von nur 54 Jahren am 24. Juni 1922 einem von Mitgliedern der rechtsradikalen „Organisation Cosul“ in Berlin verübten Mordanschlag zum Opfer.

1909 hatte Rathenau von der preußischen Krone Schloss Freienwalde erworben und es nach behutsamer Erneuerung als ländliches Refugium und Arbeitsstätte genutzt. Zugleich wollte er der Öffentlichkeit zeigen, dass er sich trotz seiner jüdischen Herkunft als Preuße verstand und sich mit den Traditionen und dem Wesen des Staates verbunden fühlte. 1918 brachte er das Freienwalder Anwesen in die „Rathenau-Stift GmbH“ ein, deren Gesellschaftsanteile nach seiner Ermordung von den Erben geschenkweise an den damaligen Landkreis Oberbarnim gingen. Letzterer übernahm die damit verbundene Verpflichtung, das Schlossanwesen als Stätte der Erinnerung an die altpreußische Kultur um 1800 und an Walther Rathenau zu pflegen und zu erhalten. Die Nazis haben, um den Namen Rathenau zu tilgen, diese Gesellschaft 1934 liquidiert. Seit der Machtübernahme der Nazis bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990 erinnerte im Schloss nichts mehr an Walther Rathenau. Erst 1991 wurde die „Walther-Rathenau-Stift gemeinnützige GmbH“ wiederbegründet und in der oberen Schlossetage eine ständige Rathenau-Gedenkstätte eingerichtet.

Anlässlich des 150. Geburtstages wurde die Ausstellung in der Rathenau-Gedenkstätte überarbeitet und erweitert. Die Erinnerung an Walther Rathenau, durch diese Ausstellung am historischen Ort wach gehalten, gilt einer historischen Persönlichkeit, die für uns heute Repräsentant, Kritiker und Opfer einer vergangenen, zwischen Kaiserreich und Republik schwankenden Epoche war.

Das Buch ist ein ausführlicher Wegbegleiter durch die Gedenkstätte und widmet sich der Geschichte des preußischen Königsschlosses und dem Leben und Wirken Rathenaus.

Walther Rathenau & Schloss Freienwalde
Führer durch die Walther Rathenau-Gedenkstätte im Schloss Freienwalde

Kurator Dr. Reinhard Schmook

erscheint am 20. Oktober 2017

76 Seiten, Format 12 x 21 cm
Broschur mit Klappen

Preis: 8 Euro

ISBN 978-3-933603-58-6

Das Buch wird erhältlich sein in der Gedenkstätte im Schloss Freienwalde, im Buchhandel oder kann über unseren Online-Shop bestellt werden.

Vorbestellungen an: 
info@findling-verlag.de

 

Schloss Freienwalde: 1798/99 von David Gilly erbaut als Sommersitz für Königin Friederike Luise von Preußen.
Walther Rathenau auf einer Fotografie von 1921. Schloss Freienwalde um 1916 nach der Umgestaltung durch Rathenau.
Schloss Freienwalde heute. Es wurde zwischen 2002 und 2007 denkmalgerecht in der Fassung der Rathenau-Zeit restauriert.

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