Natur und Umwelt

Marion Schulz

Ein Leben in Harmonie

Erna und Kurt Kretschmann – für den Schutz und die Bewahrung der Natur

Die Kretschmanns haben Generationen von Naturschützern, insbesondere im Osten Deutschlands, geprägt. Die gemeinsame Lebensgeschichte der Kretschmanns spiegelt einen großen Teil der Naturschutzgeschichte der DDR wider. Einen von beiden alleine zu würdigen, ist schier unmöglich, war es doch das fortwährende Zusammenspiel, das einfache, aber doch so produktive Leben, das uns heute in so besonderer Weise berührt.

Erna und Kurt Kretschmann haben ihre Überzeugungen als Naturschützer, Pazifisten, Naturgärtner und Vegetarier konsequent gelebt. Sie waren Pragmatiker, die durch ihre tiefe Liebe und Demut gegenüber der Natur, durch praktisches Handeln faszinierten und immer wieder neue Naturschutzaktivitäten entfalteten. Bis zu ihrem Lebensende nahmen sie ungebrochen Anteil an Erfolgen und Niederlagen des Naturschutzes. 

Der 85. Geburtstag von Kurt am 2. März 1999 gab seinerzeit den Anlass, dass ungewöhnliche Leben von Erna und Kurt einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die erste Auflage „Ein Leben in Harmonie“ war schon bald vergriffen. Pünktlich zum 100. Geburtstag von Kurt Kretschmann am 2. März 2014 erschien das Buch in einer erweiterten Neuauflage.

Viele interessante Begebenheiten und Erfahrungen aus dem reichen Leben des Naturschützerpaares hält dieses Buch bereit. Von den Anfängen des Naturschutzes in der DDR bis zur ökologischen Gegenwart in Deutschland reicht das Spektrum. Das Buch vermittelt Ihnen die Lebensphilosophie zweier Menschen, die ihr Leben bewußt, harmonisch und friedlich im Einklang mit der Natur führen.

20,00 €
Horst Beutler

Landschaft in neuer Bestimmung

Russische Truppenübungsplätze

Dieses Buch ist ein Plädoyer für mehr Natur. Am Beispiel der verlassenen russischen Truppenübungsplätze in Brandenburg thematisiert es früher vom Militär benutzte Landschaften als Naturreservate. Das scheint im ersten Moment ungewöhnlich zu sein. Wo hochgerüstete Armeen in einem nur ihnen zugestandenen Reich tagein tagaus die Vernichtung von Leben und Lebensgrundlagen übten, welche Chancen blieben und bleiben dort noch der Natur?

Bald nachdem ihnen durch den plötzlichen Wandel in der Ost-West Politik der Schleier des Verbotenen und Unbekannten genommen war, wurden die russischen Truppenübungsplätze im Osten Deutschlands berühmt. Nirgendwo, so nimmt es den Anschein, sind Gut und Böse so dicht beieinander wie hier – ein Erbe Milliarden verschlingender Armeen. Es sind die durch Panzer, Granaten, Bomben und Brände ihrer natürlichen Pflanzendecken weitgehend beraubten Zwecklandschaften der Militärs. Dort blieb eine Fülle kaum zu erahnender Hinterlassenschaften an lebensgefährdenden Blindgängern in zerstörten Böden, Resten von Kampfstoffen, Kriegsgerät und Munition.

Doch erstaunlicherweise finden sich hier auch im dicht besiedelten Mitteleuropa selten anzutreffende Biotope in ungekannter Dimension: arme Heiden und Moore, ohne unser Zutun gewachsene Wälder und vom Tourismus und anderen Nutzungen über Jahrzehnte verschont gebliebene Seen.

Heute, in der durch Uniformierung der Landschaften gekennzeichneten Zeit, bergen sie für uns eine erstaunliche, weil wenig gekannte Vielfalt der Fauna und Vegetation. Darüber hinaus vermitteln sie bereits nach nur wenigen Jahren Brache die Faszination von biologischer Automation – einen Hauch von »Wildnis« und Unberechenbarem in unserer hochtechnisierten und von Standards beherrschten Zivilisation.

In Wort und Bild ist das Buch der Versuch einer Dokumentation dieser zwiespältigen und oft missgedeuteten Areale aus landschaftsökologischer Sicht nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland in den neunziger Jahren. Schon hat sich ihr Gesicht erheblich gewandelt. Welche Zukunft erwartet diese brachliegenden, wunden und ungewöhnlichen Ländereien? Was müssen wir – vielleicht sogar als ewige Last und Bürde – mit in die Zukunft nehmen, von all den Hinterlassenschaften der Armeen?

Für einen wahrhaftigen Naturschutz in Deutschland sind die verwaisten Truppenübungsplätze, trotz der oft schwerwiegenden Landschaftsschäden, eine großartige und nie mehr wiederkehrende Chance! Sie sind Lehrstätten und Herausforderung zugleich, völlig neue Wege im Naturschutz zu gehen. Denn ganz ohne unsere lenkende Hand könnten hier – quasi im Selbstlauf – schon sehr bald ungekannte Wildnisgebiete entstehen, in denen wir und die Generationen nach uns nur noch Zuschauer und Lernende sind.

Horst Beutler

12,00 €