Unfrisierte Gedanken ...

... über ostbrandenburgische Steine und einen Verlag

Findlinge.
Das sind die harten Feldsteine, die die Gletscher der Eiszeit vor 20.000 Jahren aus Skandinavien in die Mark Brandenburg transportierten.
Das sind Eruptionsgesteine, Bruchstücke geronnenen Magmas, geformt durch Naturkräfte in einer jahrtausendelangen erdgeschichtlichen Entwicklung.
Das sind Steine einer unendlichen Vielfalt in Größe und Form, Farbe und Struktur.
Das sind haltbare Bausteine für feste menschliche Bauwerke, für Burgen und Häuser, Wehrkirchen und Stadtmauern.
Findlinge sind Symbole. Sie stehen für Härte, Stabilität und Verlässlichkeit.
Für Vielfalt in der Einheit. Für Suchen und Finden dauerhafter Werte.
Für Zusammenwirken von Heimatverbundenheit und Weltoffenheit.
Für die Einheit von Tradition und Neugestaltung.
Für die Bewahrung von Geschichten und Geschichte.
Findling – ein Name, der für Qualität steht.

Dr. Erich Siek

 

 

Die Geschichte des Findling Verlages

Am 1. Juni 1998 gründeten Margot Prust und Inge Bärisch den Findling Verlag in ihrem damaligen Heimatort Neuenhagen bei Berlin. 
Ziel war es, Sprache, Kultur und Wissen zu vermitteln. Eine kleine inhaltliche Nische eröffnete sich im Ostteil Brandenburgs.

Mit dem ersten Titel „Streifzüge durch Neuenhagen“, von Dr. Erich Siek und Günter Voigt, startete die Buchproduktion. Die erste Auflage war im Handumdrehen vergriffen. Es folgten zahlreiche Bild-Textbände und Chroniken über die brandenburgische Heimat.

Viele Themenfelder entwickelten sich in der Zusammenarbeit mit Chronisten, Historikern, Wissenschaftlern, Künstlern und Kultureinrichtungen. So wuchs mit den Jahren auch das Programm des Verlages und beinhaltet bis heute Regionalliteratur, Bild-Textbände über Orte, Landschaften und Menschen Brandenburgs, Chroniken, Natur-und Naturschutzbücher, Reise- und Touristenführer, Literaturführer und eine kleine belletristische Sachbuchreihe.
 
2001 erschien „Die Krise als Chance – Naturschutz in neuer Dimension“, herausgegeben von Prof. Dr. Michael Succow mit den Professoren Jeschke und Knapp. Dieser Band zählt zu den Klassikern der Naturschutzliteratur, indem er neue Wege für eine Überlebenschance der Menschheit aufzeigt.
Ebenfalls erschienen in dieser Reihe die Bücher „Landschaft in neuer Bestimmung“ und „Ein Leben in Harmonie – Kurt und Erna Kretschmann für die Bewahrung der Natur“, sie sind ein Plädoyer für die Natur und deren Erhaltung.
 
Reise- und Touristenführer mit vielfältigen Informationen und einem Serviceteil wurden publiziert. Dazu zählten unter anderem „Denkmale in ländlichen Regionen“, „Die Märkische Eiszeitstraße“, „Die Märkische Schweiz“ und „Das Oderbruch“. Mit seinen liebevollen literarischen Texten und zahlreichen Fotos gehört „Das Oderbruch“ zu den Bestsellern dieser Reihe und erfuhr bisher vier Auflagen.
 
Im August 2006 zog der Verlag in das kulturhistorisch wertvolle Örtchen Kunersdorf, in die Dépendance des ehemaligen Schlosses der Frauen von Friedland. Hier hat Adelbert von Chamisso 1813 seine weltberühmte Novelle „Peter Schlemiel´s wundersame Geschichte“ geschrieben.
 
Weitere aufwendige Buchproduktionen wurden umgesetzt. Zum Beispiel das wissenschaftliche Werk „Die Grundsätze der rationellen Landwirtschaft“ von Albrecht Daniel Thaer, eine zweibändige Faksimile-Gesamtausgabe sowie auch der Druck der Originalhandschrift von Chamissos „Peter Schlemiel´s Schicksale“.
Mehr als 100 Buchproduktionen zählen bisher zum Gesamtschaffen des Findling Verlages.
 
Im Januar 2016 wurde der Verlag in die „jüngeren“ Hände von Sandra Knopke und Saskia Klemm gegeben und fand ein neues Zuhause in Werneuchen, wieder in „alten Mauern“, in einem Barnimer Vierseithof. 
Die beiden neuen Verlegerinnen verfügen gemeinsam über fast 40 Jahre Berufserfahrung in redaktionellen und herstellerischen Bereichen von Verlagen. 
Das Büchermachen, mit viel Leidenschaft für besondere Themen und der Liebe zum Detail, wird im Findling Verlag auch in Zukunft fortgeführt.
Januar 2017