Ein markantes Wahrzeichen, bewegte Zeiten und viele Geschichten aus 100 Jahren Gemeindeleben:
Mit dem Buch »Rathausjahrhundert« würdigt die Gemeinde Neuenhagen bei Berlin ihr außergewöhnliches Rathaus. Der Findling Verlag durfte die Gestaltung und Produktion dieses Jubiläumsbandes realisieren.

Seit 1926 prägt das rund 42 Meter hohe Wasserturmrathaus das Ortsbild von Neuenhagen bei Berlin. Was heute selbstverständlich zum Erscheinungsbild der Gemeinde gehört, war damals eine ungewöhnliche Idee: Ein Wasserturm und ein Rathaus sollten in einem Gebäude vereint werden. Aus dieser Verbindung entstand der markante Backsteinbau, der heute Wahrzeichen, Baudenkmal und ein Stück Heimatgeschichte ist.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums lädt das 160 Seiten starke Buch zu einer abwechslungsreichen Zeitreise ein. Es erzählt von der Baugeschichte des Rathauses, der Entwicklung der Gemeinde und den Menschen, die das Gebäude und seine Geschichte geprägt haben.

 

Blick auf das heutige Rathaus mit Wasserturm, Neubau und Theatron. (Quelle: prinz mediaconcept)

 

Am Anfang stand ein ganz praktisches Problem: Neuenhagen brauchte eine bessere Wasserversorgung. Daraus entstand die Idee, den erforderlichen Wasserturm mit einem Rathaus zu verbinden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. Mai 1925. Schon kurz darauf wuchs der Bau sichtbar in die Höhe.

 

Die Grundsteinlegung des Rathauses am 10. Mai 1925. (Quelle: Archiv Gemeinde Neuenhagen)

 

Im Laufe seiner Geschichte war das Rathaus weit mehr als Sitz der Verwaltung und Wasserspeicher: Es diente auch als Wohnort, Veranstaltungsstätte und Treffpunkt. Im ehemaligen Ratskeller wurde gefeiert und insgesamt 41 Kunstausstellungen fanden im Haus statt. Auch als Ort der Eheschließung spielte das Rathaus für viele Menschen eine besondere Rolle: Mehr als 10.000 Paare haben sich hier in hundert Jahren das Jawort gegeben. 
Ehemalige Bürgermeister und Mitarbeitende berichten im Buch von ihrem Alltag im Rathaus, ungewöhnlichen Begegnungen und dem Leben im Wasserturm. Zu den eindrücklichsten Kapiteln gehört die Rettung des Gebäudes im März 1945. Als die Zerstörung drohte, stellte sich der Neuenhagener Heinz Behrla der geplanten Sprengung entgegen. Sein entschlossenes Eingreifen trug dazu bei, das Rathaus zu bewahren. Die Geschichte zeigt, wie eng das Schicksal des Gebäudes mit dem der Gemeinde verbunden ist.

 

Das Rathaus auf einer Postkarte um 1930. Die Besiedelung rundherum war noch spärlich. (Bild: Archiv Kai Hildebrandt)
Ansichtskartengruß aus dem Ratskeller aus den 1930er-Jahren (Bild: Archiv Kai Hildebrandt)

 

Ein Jahrhundert Geschichte hinterlässt aber auch Spuren. Wie lässt sich ein so außergewöhnliches Gebäude erhalten und zugleich für die Gegenwart nutzen? Auch dieser Frage widmet sich das Buch.
Ein Werkstattbesuch bei der Glasmalerin Ilona Berkei gibt Einblicke in die anspruchsvolle Arbeit an den historischen Treppenhausfenstern. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Rekonstruktion der Farbgestaltung im Ratssaal. Solche Details zeigen, wie viel Recherche und handwerkliches Können nötig sind, um die Besonderheiten eines Baudenkmals zu bewahren. Der Blick auf das Rathaus endet deshalb nicht in der Vergangenheit. Er richtet sich auch auf die Verantwortung, dieses markante Gebäude für kommende Generationen zu erhalten.

 

Der Ratssaal heute mit rekonstruierter Wandgestaltung. (Foto: Alexander Schippel)

 

Hinter dem Jubiläumsbuch steht ein Redaktionsteam, das unterschiedliche Erfahrungen und Kenntnisse über Neuenhagen zusammenbringt: Erik Koch, in der Gemeinde für Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus verantwortlich, der langjährige Redakteur Siegfried Wagner, der Autor und Ortschronist Kai Hildebrandt, der ehemalige Vorsitzende der Gemeindevertretung und Heimatkenner Jörg Güßfeldt sowie Stefanie Reich, Leiterin der Anna-Ditzen-Bibliothek Neuenhagen bei Berlin. 
Gemeinsam haben sie historische Quellen erschlossen und Erinnerungen und Geschichten zusammengetragen. So ist ein vielseitiges Werk entstanden, das die Geschichte des Neuenhagener Wahrzeichens aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Das Buch lädt dazu ein, ein vertrautes Gebäude neu zu entdecken. Wer in Neuenhagen lebt, wird vielleicht bekannte Orte oder eigene Erinnerungen wiederfinden. Wer sich für Regionalgeschichte und Architektur interessiert, erfährt anschaulich, wie aus einer praktischen Idee ein Wahrzeichen wurde.

 

Das Redaktionsteam (v.l.n.r.): Erik Koch, Siegfried Wagner, Kai Hildebrandt, Jörg Güßfeldt und Stefanie Reich. (Foto: Gerd Markert)

 

Das Buch ist jetzt erhältlich im Rathaus Neuenhagen, im Buchhandel (z.B. direkt im Buchhaus Bünger in Neuenhagen) und in unserem Onlineshop.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Vergnügen!

 

»Rathausjahrhundert – Neuenhagen und sein Wahrzeichen«
Herausgegeben von der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin
160 Seiten, Hardcover, Format 20 x 28 cm, 140 Fotos und Abbildungen
ISBN 978-3-933603-88-3
Preis: 25,00 Euro

 

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